Technik FLAAK-Technik Der Arzt erklärt Eignungstest Häufige Fragen Artikel & Informationen Ergebnisse & Meinungen Ergebnisse Reaktionen Google-Bewertungen Farben & Simulator Farben Simulator Preis Internationale Patienten Dr. Yoni Gozlan Kontakt
26. Oktober 2026 — 7 Min. Lesezeit
Patientin an der Spaltlampe bei einer augenärztlichen Kontrolluntersuchung

Keratopigmentierung: Komplikationen und Nachbehandlungen – was korrigierbar ist

Dr Yoni Gozlan
Augenchirurg — FLAAK-Keratopigmentierung Spezialist
Mitglied SFO · SAFIR · Paris 16
RPPS 10101201803 · Zum Werdegang

Vor einer Keratopigmentierung stellen viele Patientinnen und Patienten dieselbe Frage: „Und wenn mir das Ergebnis nicht gefällt, lässt sich das korrigieren?" Die ehrliche Antwort hängt vom Problem ab. Eine zu helle oder ungleichmäßige Farbe lässt sich meist durch eine Nachbehandlung anpassen. Andere, seltenere Komplikationen lassen sich nur teilweise korrigieren, und manche Folgen gar nicht. Dr. Yoni Gozlan, Augenchirurg in Paris 16, fasst zusammen, was die veröffentlichten Studien zur Keratopigmentierung zeigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Farbkorrektur gehört zur Technik: In einer Referenzstudie wurde mehr als jedes dritte Auge erneut operiert, um den Farbton anzupassen.
  • Lichtempfindlichkeit, Missempfindungen und Trockenheit in den ersten Tagen sind häufig und in den veröffentlichten Serien meist vorübergehend.
  • Ein zu heller, ungleichmäßiger oder verblassender Farbton lässt sich in der Regel durch zusätzliches Pigment anpassen. Pigment zu entfernen ist deutlich schwieriger.
  • Eine seltene Komplikation, die fortschreitende Verformung der Hornhaut (Ektasie), lässt sich stabilisieren, aber nicht rückgängig machen.
  • Die natürliche Augenfarbe kehrt nicht zurück: Die Entscheidung ist als endgültig zu betrachten.

Warum man vor dem Eingriff über Nachbehandlungen sprechen sollte

Bei der Keratopigmentierung wird ein Pigment in die Tiefe der Hornhaut eingebracht, in einen ringförmigen Tunnel, der mit dem Femtosekundenlaser angelegt wird. Pigmentmenge, Verteilung und die Art, wie Licht durch die Hornhaut fällt, sind von Auge zu Auge verschieden. Der erste Eingriff ergibt deshalb nicht immer genau den gewünschten Farbton.

Die veröffentlichten Zahlen bestätigen das. In einer Serie von 79 Augen, die das Team von Prof. Jorge Alió im Mittel 29 Monate lang beobachtete (Cornea, 2021), wurden 35,4 % der Augen zur Farbkorrektur erneut operiert: 8,9 % zweimal und 5,1 % dreimal. Eine 2023 veröffentlichte Umfrage zur FLAAK-Technik wurde zudem bei Patienten durchgeführt, die zu einer Farbkorrektur zurückgekommen waren (BMC Ophthalmology, 2023).

Wer weiß, dass eine Nachbehandlung häufig ist, geht mit realistischen Erwartungen in den Eingriff: Ein erstes, etwas helles oder ungleichmäßiges Ergebnis bedeutet nicht, dass der Eingriff misslungen ist.

Was sich in der Regel korrigieren lässt

Ein zu heller, ungleichmäßiger oder verblassender Farbton

Das ist der häufigste Grund für eine Nachbehandlung. Der Chirurg kann Pigment ergänzen oder einen weniger abgedeckten Bereich auffüllen. In der Studie von 2021 gehörten eine Farbveränderung (7,5 %) und ein Verblassen der Farbe (5 %) zu den berichteten Komplikationen; die Autoren geben an, dass die meisten Komplikationen behandelt werden konnten.

Daraus folgt eine einfache Regel: Pigment hinzuzufügen ist leichter, als es zu entfernen. Deshalb wird der Farbton mit Vorsicht gewählt und lässt sich später gegebenenfalls intensivieren.

Beschwerden in den ersten Wochen

In der Serie von 2021 war Lichtempfindlichkeit im ersten Monat die häufigste Komplikation (30 %). In der Umfrage von 2023 zur FLAAK-Technik beschrieben 42 Patienten ihre Beschwerden nach dem Eingriff: Schmerzen (81 %), trockenes Auge (76 %), Kribbeln (71 %), Rötung (67 %) und Blendung (56 %). Alle waren vorübergehend. Schmerzen, Kribbeln, Blendung und Rötung waren bei etwa der Hälfte der Patienten innerhalb von 48 Stunden verschwunden; hielten sie länger an, betrug die mediane Dauer 7 Tage. In einer älteren Serie von 234 Augen, die aus medizinischen oder ästhetischen Gründen operiert wurden (British Journal of Ophthalmology, 2018), war die Lichtempfindlichkeit nach 6 Monaten bei 81,8 % der betroffenen Patienten abgeklungen.

Was sich nur teilweise korrigieren lässt

Die Hornhautektasie

Eine Ektasie ist eine fortschreitende Verformung der Hornhaut, die das Sehen verändern kann. Sie ist selten, wurde aber nach ästhetischer Keratopigmentierung beschrieben: Eine 2024 veröffentlichte Serie berichtet über 5 Patienten (10 Augen), bei denen sie zwischen 6 Monaten und 4 Jahren nach dem Eingriff auftrat (Cornea). Einer von ihnen hatte eine MRT-Untersuchung, ein anderer rieb sich wegen einer Allergie stark die Augen, und ein dritter war zuvor mit LASIK an Kurzsichtigkeit operiert worden. Drei Patienten wurden mit Cross-Linking behandelt, einer Behandlung, die die Hornhaut versteifen und das Fortschreiten stoppen soll. Sie stabilisiert, gibt der Hornhaut aber ihre ursprüngliche Form nicht zurück.

Die Entfernung des Pigments

Das Pigment zu entfernen ist kein Routineeingriff. Zwei veröffentlichte Fälle zeigen das. 2025 beschrieb ein Team aus Barcelona einen Patienten, dessen Sehvermögen nach einer Keratopigmentierung nachgelassen hatte: Mit dem Femtosekundenlaser musste ein Hornhautlappen angelegt und das pigmentierte Gewebe anschließend mit dem Excimerlaser abgetragen werden; danach war die Hornhaut wieder klar und das Sehen besser (Journal of Refractive Surgery). 2026 berichtete ein koreanisches Team über eine Entfernung mit einer anderen lamellären Lappentechnik (Korean Journal of Ophthalmology). Es handelt sich um Einzelfälle mit einer erneuten Hornhautoperation: Eine Entfernung ist nicht als einfacher Weg zurück zu verstehen.

Was sich nicht korrigieren lässt

  • Die Rückkehr zur ursprünglichen Farbe: Auch nach einer Entfernung ist die Hornhaut nicht mehr dieselbe. Die französische Nationale Akademie für Medizin weist darauf hin, dass die Wirkungen der Keratopigmentierung als endgültig gelten (2025).
  • Leichte, messbare Veränderungen: In einer Studie mit 166 Augen (2025) hatten sich Sehschärfe, Augeninnendruck und Gesichtsfeld nach 12 Monaten nicht signifikant verändert. Die Zahl der Zellen der inneren Hornhautschicht (Endothel) war jedoch leicht gesunken, im Mittel von 2.393 auf 2.309 Zellen/mm², und die Kontrastempfindlichkeit bei schwachem Licht hatte etwas abgenommen, lag aber weiterhin im Normbereich.
  • Ein Ring, der sich nicht mit der Pupille weitet: Der Durchmesser der zentralen Zone ist durch das Pigment festgelegt. In der Studie von 2021 hatte ein Patient eine Einschränkung des Gesichtsfelds (2,5 %). Die Nationale Akademie für Medizin betont außerdem, dass dieser feste Durchmesser die Untersuchung des Augenhintergrunds erschweren kann, vor allem in der Peripherie.
  • Die Farbwirkung: Ein Farbton kann gleichmäßiger wirken als eine natürliche Iris, und die ursprüngliche Farbe bleibt am Rand der Hornhaut sichtbar. Eine Nachbehandlung kann die Intensität anpassen, nicht aber die Art der Farbwirkung.

Was hilft, Komplikationen zu begrenzen

  • Eine vollständige Voruntersuchung: Form und Dicke der Hornhaut, Pupillengröße im Halbdunkel, frühere refraktive Eingriffe. Diese Untersuchung hilft, Risikosituationen wie einen Keratokonus auszuschließen.
  • Nicht an den Augen reiben: Das ist eine der Empfehlungen der Autoren der Ektasie-Serie.
  • Die Keratopigmentierung vor einer MRT angeben: Manche Pigmente enthalten metallische Verbindungen.
  • Den Farbton schrittweise wählen: Wer zurückhaltend beginnt, kann später intensivieren.
  • Umgehend einen Augenarzt aufsuchen bei zunehmenden Schmerzen, nachlassendem Sehvermögen oder starker Rötung.

FAQ: Komplikationen und Nachbehandlungen

Ist eine Farbkorrektur häufig?

Ja. In einer 2021 veröffentlichten Serie von 79 Augen wurden 35,4 % der Augen erneut operiert, um die Farbe anzupassen, manchmal zwei- oder dreimal. Meist wird dabei Pigment dort ergänzt, wo der Farbton zu hell oder ungleichmäßig ist.

Kann man zur ursprünglichen Augenfarbe zurückkehren?

Nein, nicht zuverlässig. Einige Fälle einer Pigmententfernung wurden veröffentlicht, jeweils mit einer erneuten Laseroperation der Hornhaut. Die Keratopigmentierung ist als endgültig zu betrachten.

Ist die Lichtempfindlichkeit dauerhaft?

In den veröffentlichten Serien ist sie anfangs häufig und meist vorübergehend: In der Umfrage von 2023 zur FLAAK-Technik waren alle nach dem Eingriff berichteten Beschwerden vorübergehend.

Lässt sich eine zu dunkle Farbe aufhellen?

Das ist schwieriger als einen Farbton zu verstärken, denn dafür müsste Pigment entfernt werden. Das ist einer der Gründe, warum die Farbe in der Sprechstunde mit Vorsicht gewählt wird.

Quellen

Weiterlesen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Beratung: Nur eine augenärztliche Untersuchung kann Nutzen und Risiken in Ihrer Situation beurteilen.

Nächster Schritt

  1. 1Farbsimulator
  2. 2Eignungstest